Nach 40 Jahren DDR brach mit der Wende 1989 auch für den Ortsteil Waldidylle eine andere Zeitrechnung an.Bis 1990 waren die Ferienheime noch mit FDGB-Urlaubern belegt, danach wurden die Erzgebirgsbaude und der Falkenhorst geschlossen, einzig und allein die Zugspitze blieb im Besitz der Familie Vogler.
Geschichte
Hier finden Sie eine Übersicht über die Geschichte der Siedlung Waldidylle.
In den fünfziger Jahren kamen mehr und mehr Urlauber in den Ort. Aber auch hier war ein Wandel zu beobachten, private Vermietungen traten in den Hintergrund und der FDGB übernahm den Ferienbetrieb. So kamen 1 955 20.000 FDGB-Gäste in den Kreis Dippoldiswalde, 1959 waren es bereits 36.000.Neben dem Berghof Falkenhorst als FDGB-Heim (seit 1952 Verpachtung, später Verkauf) und der nunmehrigen HO-Gaststätte Erzgebirgsbaude sowie dem Café Zugspitze als FDGB-Vertragspartner entstanden auch Betriebsferienheime.
30 Jahre nach Ortsgründung erlebte Waldidylle eine 2. Bauphase, in deren Ergebnis der Ort sich um das Doppelte vergrößerte. Grundlage dafür war unter anderem eine für diese Zeit fortschrittliche Erschließung des Baugeländes. 1930 wurde eine zentrale Wasserleitung mit zugehörigem Wasserwerk gebaut, in die Gräben wurden gleichzeitig die Rohre für Abwasser verlegt, da der Bau einer Kläranlage geplant war.
Anstelle von Urlaubern kamen 1 945 Umsiedler und ausgebombte Familien aus Dresden in den Ort und suchten Wohnraum. So wurde das ehemalige Schwesternheim von der Gemeinde Falkenhain übernommen und als Wohnraum für 4 Familien zur Verfügung gestellt. Sogar das heute als Waschhaus dienende Gartenhaus wurde vermietet. Alle Privathäuser mussten Flüchtlinge aufnehmen, die Menschen wohnten sehr beengt und die Belegungen wechselten häufig. Wie überall stand die Beschaffung von Lebensmitteln an erster Stelle.
Federführend bei der Erschließung von Waldidylle war der Dippoldiswalder Baumeister Karl Klotz. Er errichtete als erstes Haus in der Ortslage die heute nach ihm benannte Klotzbaude, an der ,,in hölzernes Schild in dichterischer Form vonder Ortserschließung berichtet. Unmittelbar danach folgte ein zweites Gebäude, die ,,Villa Waldidylle", welche als Gasthaus und Pension die ersten Urlauber beherbergte. Dieses Haus ist auch der eigentliche Namensgeber für unseren Ortsteil.
Der zwischenzeitliche wirtschaftliche Aufschwung unter den Nationalsozialisten förderte die schnelle Ortsentwicklung und brachte auch eine Vielzahl an Ferien- und Wochenendgästen nach Falkenhain und Waldidylle.Eine Expansion des Ortsteiles bis an die Südgrenze von Falkenhain mit dem alten Gemeindeamt als Ortsmittelpunkt wurde ins Auge gefasst, diese Pläne vereitelte der herannahende 2. Weltkrieg.
Noch im 19. Jahrhundert erstreckten sich auf dem Gebiet von Waldidylle die Wald- und Feldflächen der Falkenhainer Bauern.
Falkenhain, als ,,Valkenhain" 1329 erstmals urkundlich erwähnt, ist als Waldhufendorf vermutlich kurz nach 1300 entstanden. Der Name des Dorfes hängt mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem bekannten Raubvogel zusammen.
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Erzgebirgsbaude
Hier erfahren Sie alles zur Geschichte der " Erzgebirgsbaude" in Waldidylle. Der erste Beherbungsbetrieb wurde 1903 nachgewiesen. Anfang der 90er Jahre wurde die Baude geschlossen und im Oktober 2014 abgerissen.