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In den fünfziger Jahren kamen mehr und mehr Urlauber in den Ort. Aber auch hier war ein Wandel zu beobachten, private Vermietungen traten in den Hintergrund und der FDGB übernahm den Ferienbetrieb. So kamen 1 955 20.000 FDGB-Gäste in den Kreis Dippoldiswalde, 1959 waren es bereits 36.000.Neben dem Berghof Falkenhorst als FDGB-Heim (seit 1952 Verpachtung, später Verkauf) und der nunmehrigen HO-Gaststätte Erzgebirgsbaude sowie dem Café Zugspitze als FDGB-Vertragspartner entstanden auch Betriebsferienheime.

Dafür wurden Gebäude genutzt, deren Besitzer in den Westen übergesiedelt waren, z.B. Haus Felicitas.Waldidylle entwickelte sich wieder zum Urlaubsort und auf Grund der großen Anzahl an Unterkünften und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten kamen die Erholungssuchenden in großer Zahl. Wieder zog es auch prominente Gäste nach Waldidylle, so wohnten die Opernsängerin Elfriede Trötzschel und der Filmregisseur Eberhard Fischer im Falkenhorst.Aber auch politische Repräsentanten der damaligen DDR weilten im Ort, Walter Ulbricht übernachtete hier und der Ministerpräsident von Sachsen, Max Seydewitz, hatte sein Feriendomizil im Haus De Uhl.Der Fremdenverkehr brachte auch Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung. Neben dem VEB Zinnerz Altenberg, dem VEB Gießerei und Maschinenbau Schmiedeberg und der Uhrenindustrie in Glashütte boten die Hotels und Ferienheime Beschäftigungsmöglichkeiten. Das vom Rat des Kreises Dippoldiswalde übernommene Kinderheim in der ehemaligen Villa Rübezahl beherbergte 32 Kinder und war ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber für den Ort. Groß war auch das Bemühen, das Umfeld für die Urlauber zu verschönern.1960 wurde im Rahmen des NAW der Parkplatz am Ortseingang angelegt.Die ehemalige Spritzeisbahn im Ort, von Horst Wiedemann initiiert, wurde zum Park umgewandelt.Ein großes Problem war die zunehmende Wasserknappheit. Das Wasserwerk war der steigenden Anzahl an Ferienheimen und neu entstehender Eigenheime nicht gewachsen.Schon 1 954 mussten die Heime auf Grund des Wassermangels schließen. Wasser wurde in Fässern und auf Pferdefuhrwerken von Falkenhain nach Waldidylle gebracht.Ab 1956 begann der Ausbau des Wasserwerkes. Für 450.000 DM wurde es erweitert und 1958 fertiggestellt. 1974 wurde Falkenhain an das Wassernetz angeschlossen.Auch das kulturelle Leben gestaltete sich abwechslungsreicher.In Falkenhain gab es Kino- und Lichtbilderabende, eine Leihbibliothek stand zur Verfügung und in Waldidylle fanden in der Erzgebirgsbaude unzählige Tanzabende und Veranstaltungen statt, an die sich noch heute Einwohner und ehemalige Gäste gern erinnern. 1963 bot unser Ort folgende Unterbringungsmöglichkeiten: 24 Übernachtungsplätze im Falkenhorst, 70 Personen werden pro Durchgang verpflegt. Vertragshaus Zugspitze
1 5 Gäste mit Vollverpflegung Haus Cugier
6 Privatgäste
26 Urlauber in 2 Privatheimen
20 Betten in der Erzgebirgsbaude.In Waldidylle standen 170 Gaststättenplätze mit max. 400 Essensportionen/Tag zur Verfügung. Für die Urlauber boten sich besonders im Winter viele Sportmöglichkeiten.In Oberbärenburg wurde seit 1954 die Kammbergbahn immer weiter ausgebaut, die im Riesengrund 1930/31 errichtete Riesengrundschanze war Austragungsort vieler Wettkämpfe und Skiloipen boten die Möglichkeit für ausgedehnte Winterwanderungen.Für die Versorgung der Einwohner und Urlauber sorgte wiederum die Familie Schmieder. Neben seinem Lebensmittelladen betrieb Gerhard Schmieder die Poststelle, Briefe und Päckchen wurden bis Ende der 70-er Jahre persönlich ins Haus gebracht. Für die Hungrigen waren 3 Gaststätten geöffnet und jene, denen nach langer Wanderung der Rücken und die Füße schmerzten, konnten sich bei der freiberuflich arbeitenden Masseuse und Fußpflegerin Hildegard Freund behandeln lassen. Größere Bautätigkeiten waren in den ersten Nachkriegsjahren nicht zu verzeichnen, das Lischhaus, welches gegen Ende des Krieges abgebrannt war, wurde neu errichtet sowie ab 1953 einzelne Eigenheime gebaut. Erst 1963 erstellte die Gemeinde einen Plan über die Errichtung von 10 Wochenendhäusern. Interessant ist, dass dabei 5 Grundstücke an Arbeiter und die anderen 5 Angehörigen der Intelligenz zur Verfügung gestellt wurden. Es handelte sich weitgehend um Waldparzellen und es gab weitreichende Bemühungen, die neuen Gebäude in ihrer Bauweise dem im Ort vorherrschenden Baustil anzupassen.Schwierig war die Lösung der Abwasserfrage, auf Grund der Überlastung des Kanalisationsnetzes wurden die Häuser nicht daran angeschlossen und auch weitere Neubauten wurden nicht genehmigt.In den 70er Jahren erhielten alle Gebäude von Waldidylle neue Hausnummern. Wenige Jahre später wurden alle öffentlichen Wege mit Straßennamen versehen. Diese hatten entweder einen ortstypischen Bezug (Baudenweg, Falkenhorstweg) oder richteten sich nach der geografischen Lage (Hirschsprunger Weg).Neben dem Feuerwehrschuppen an der Oberbärenburger Straße wurde ein Buswartehäuschen errichtet und im Gemeindepark gab es eine öffentliche Telefonzelle. Der Querweg nach 0berbärenburg erhielt nach langem Hin und Her eine Straßenbeleuchtung. Für Wanderer wurde ein Rundwanderweg mit markierten Aussichtspunkten rund um Falkenhain und Waldidylle angelegt.1983/84 begannen im Kohlgrund die Bauarbeiten für die Rennschlitten- und Bobbahn, im Spätherbst 1986 fanden die ersten Wettkämpfe statt, was wiederum viele Sportinteressierte in unsere Gegend lockte.

Unser Ortsteil war in den vergangenen 30 Jahren wiederum zu einem weithin bekannten und beliebten Ferienort geworden und mit einer Einwohnerzahl von 250 Personen hatte er sich stark vergrößert. Im Sommer wie im Winter wohnten außerdem zahlreiche Gäste im Ort.

Chronik Waldidylle - Die Nachkriegszeit | Chronik Waldidylle - 1989 - 2000

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