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Federführend bei der Erschließung von Waldidylle war der Dippoldiswalder Baumeister Karl Klotz. Er errichtete als erstes Haus in der Ortslage die heute nach ihm benannte Klotzbaude, an der ,,in hölzernes Schild in dichterischer Form vonder Ortserschließung berichtet. Unmittelbar danach folgte ein zweites Gebäude, die ,,Villa Waldidylle", welche als Gasthaus und Pension die ersten Urlauber beherbergte. Dieses Haus ist auch der eigentliche Namensgeber für unseren Ortsteil.

In Reiseführern, die Anfang des vorigen Jahrhunderts erhältlich waren, findet man verschiedene Bezeichnungen. So liest man über die Villenkolonie Oberbärenburg-Falkenhain, Villenkolonie Oberbärenburg-Kipsdorf oder einfach ,,Villa Waldidylle" bei Oberbärenburg. Diese Bezeichnungen sind mehr der geografischen Lage als der Ortszugehörigkeit geschuldet, erst mit Beginn der Zwanziger Jahre und mit der Entstehung weiterer Gebäude bürgerte sich der Ortsname Falkenhain-Waldidylle oder auch nur Waldidylle ein. Karl Klotz ist auch der erste Besitzer der heute als Erzgebirgsbaude bekannten ,,Villa Waldidylle". Schon 1 903 ist Beherbergungsbetrieb nachweisbar. In Anzeigen von 1 907 empfiehlt er sein neues Haus, er bietet Sommerwohnungen an, betreibt eine Restauration und verleiht auch Geschirr an Bewohner der Villenkolonie. Diese ist in den folgenden Jahren beständig am Wachsen. Um die sogenannte ,,Acht" herum sowie am Weg nach Hirschsprung entstehen mehrere Villen und Häuser, u.a.:

Haus Antonia Baudenweg Nr.2
Haus Bergwinkel Baudenweg Nr.4
Haus Dorgerloh Baudenweg Nr.6
Elisabethklause Baudenweg Nr.7
Hochlandhütte Hirschsprunger Weg 10
Heidehaus Bärenburger Straße 11
Klingehaus Hirschsprunger Weg
Haus Rübezahl Kinderheim der AWO

Schon vor 1910 wurde die ,,Villa Waldidylle" um einen Anbau erweitert, um die steigende Anzahl an Gästen beherbergen zu können. Auch in den anderen Häusern wurden Ferienzimmer vermietet, neben einfachen Zimmern wurden auch schon Unterkünfte mit Zentralheizung angeboten. Die Versorgung der Einwohner und Gäste erfolgte in diesen Jahren ausschließlich über fliegende Händler und Pferdefuhrwerke oder man lief mit dem Leiterwagen nach Falkenhain oder nach Oberbärenburg zum Laden der Familie Holfert. Die Lebensmittel lieferten die Bauern der umliegenden Dörfer. Milch und Butter verkaufte Paul Feist aus Johnsbach, Obst und Gemüse wurde von Paul Riedel aus Kreischa heraufgebracht. Das Brot kam schon damals aus Bärenhecke, der Brotfahrer war Ulrich Marx, während die Semmeln von der Bäckerei Stirl aus Dönschten geliefert wurden. Die Semmelfrau Alma Liebert brachte sie zu Fuß nach Waldidylle. Auch Textilwaren konnte man kaufen. Mit Koffer und Rückentrage ausgestattet hatte Herr Rüblack aus Neugersdorf den weitesten Weg. Das Postauto kam von Kipsdorf und wurde von Richard Kühnel gefahren, auch ein Telefonanschluß war vorhanden - Fernamt Schmiedeberg-Kipsdorf 57. Zu dieser Zeit gab es noch keinen zentralen Wasseranschluss, Trinkwasser kam aus einem Brunnen mit Holzpumpe im Park, ein ebensolcher Brunnen befand sich im Waldstück neben Haus Dogerloh.

Bis 1930 gab es in Waldidylle 10 Häuser, zumeist als Wochenendhäuser erbaut. Zeitzeugen berichten, dass es zwischen den Familien einen guten Zusammenhalt gab, man richtete gemeinsam Sommerfeste aus, Silvester wurde in der heutigen Erzgebirgsbaude gefeiert..

 

Die Anfänge | Chronik Waldidylle - Die Dreißiger Jahre

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